Carstensen: Gerechtigkeitslücke bei der Rundfunkgebühr muss geschlossen werden | 20.01.2010
"Dass für PC und sogar für Handys in einigen Fällen
Rundfunkgebühren erhoben werden, empfinden viele Nutzer solcher Geräte als
ungerecht. Sie ist bei diesen Geräten auch unsinnig und nicht durchführbar. Da
verschiedene Verwaltungsgerichte die Zulässigkeit dieser Gebührenerhebung
inzwischen ebenfalls bezweifeln, ist die Politik gefordert, durch eine baldige
Reform der Rundfunkgebühr Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen",
sagte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen heute (20. Januar) in Kiel.
Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks,
der für die Demokratie und Gesellschaft eine wichtige Funktion erfüllt, müsse
künftig so sichergestellt werden, dass die Menschen den finanziellen Beitrag
des Einzelnen als gerecht und akzeptabel ansehen können, so der
Ministerpräsident weiter. Eine geräteabhängige Gebühr, die auch neuartige
Geräte einschließe, die nicht zum Rundfunkempfang, sondern zu beruflichen
Zwecken genutzt würden, sei nicht zu vermitteln.
Carstensen sprach sich deshalb für eine monatliche Abgabe
aus, die jeweils für jede Wohnung oder Betriebsstätte zu zahlen ist, und zwar
unabhängig von der Zahl der Nutzer und der vorhandenen Geräte. Dies ist eines
der beiden Modelle, deren Prüfung die Ministerpräsidentenkonferenz zur
Vorbereitung ihrer Klausurtagung am 9. Juni 2010 bereits beschlossen hat.
Professor Dr. Paul Kirchhof von der Universität Heidelberg ist inzwischen
beauftragt worden, die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen dieser Abgabe
wissenschaftlich zu begutachten.
Der Regierungschef betonte, dass er folgende Reformziele
im Kreis der Regierungschefs der Länder mit unterstützt: "Wir müssen die
Zukunftsfähigkeit der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
sichern. Die demographische Entwicklung und die Konvergenz der Empfangsgeräte
sind grundlegende Ausgangspunkte. Die steigende Flucht aus der derzeitigen
Rundfunkgebühr muss gerecht gestoppt werden. Wir wollen ferner Vereinfachungen
im Einzugswesen erreichen".