Bereits am Freitag, den 12.03.2010 um 15.21 h, kam es im Fahrwasser vor Travemünde zu einer Kollision zwischen dem Fahrgastschiff
„Sven Johannsen“ und einem unter antiguanischer Flagge auslaufenden
Frachtschiff, bei dem beide Schiffe erheblich beschädigt wurden und von der
Wasserschutzpolizei ein Weiterfahrtverbot erteilt werden musste. Verletzt wurde
zum Glück niemand.
Die ca. 40 m lange „Sven Johannsen“ kam mit 10
Fahrgästen an Bord von einer Rundfahrt aus Niendorf / Ostsee zurück und
wollte nach Travemünde einlaufen.
Das voll beladene 74 m lange Motorschiff „Lisa D.“ lief gerade aus der Trave mit Fahrtziel Norwegen aus. An Bord befanden sich 5
Besatzungsmitglieder und ein Lotse.
Trotz guter Sichtverhältnisse kam es ca. 500 m vor dem
Molenkopf Travemündes zu einem Zusammenstoß beider Schiffe. Die Ursache
hierfür steht noch nicht genau fest.
Das Fahrgastschiff erlitt dabei erhebliche
Beschädigungen im Bereich der oberen Aufbauten. Die Brückennock und das
Schanzkleid wurden steuerbordseitig auf mehrere Meter eingedrückt.
Das Motorschiff „ Lisa D.“ riss sich dabei den Bug
oberhalb der Wasserlinie auf. Es entstand ca. einen Meter oberhalb der
Wasserlinie ein fünf mal 25 cm großes Loch. Zum Glück erlitten beide Schiffe
keinen Wassereinbruch, so dass die Kapitäne den sicheren Hafen in Travemünde noch selbst anlaufen konnten.
Nachdem die „ Lisa D.“ von einer
Klassifikationsgesellschaft untersucht wurde, konnte der Besatzung nach einer
notdürftigen Reparatur und weiteren Auflagen gestattet werden, die nächste
Werft in Dänemark anzulaufen. Das Schiff legte dann am Samstag Nachmittag wieder
ab.
Die Wasserschutzpolizei hat ein Strafverfahren wegen
Gefährdung des Schiffsverkehrs eingeleitet. Über die Höhe des Schadens können
noch keine Angaben gemacht werden.