Mildner (BfL): "Hochschulen in den Fokus rücken" | 07.05.2010
Raimund Mildner (BfL):
Die bundesweiten Rankings der Lübecker Hochschulen im Lehr- und Forschungsbereich sprechen für sich: Fachhochschule und Universität spielen in der ersten Liga und haben sich längst für den Europäischen Wettbewerb qualifiziert.
Nicht daneben - sondern als integraler Bestandteil der Hochschulen ist der Forschungs- und Technologietransfer auf gleichermaßem hohem Niveau etabliert: Die Preisgewinne im Wettbewerb des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft wurden seit 2008 gut genutzt. Die Fachhochschule mit ihrem Konzept der Kompetenzzentren und die Universität zu Lübeck mit ihrer UniTransferKlinik und dem Transfer-OP arbeiten in ihrer anwendungsorientierten Forschung nahe an der Technologienachfrage der Unternehmen und sind für diese hochgeschätzter Partner, z. B. im Bereich der Ernährungswirtschaft und Medizintechnik.
Forschungstransfer kann aber auch über neugegründete Firmen stattfinden, wie dies im Projekt Gründerklinik der Universität erfolgreich praktiziert wird. Mit 5 geförderten sog. EXIST- Projekten, die der Umsetzung von Forschungsergebnissen in Firmengründungen dienen, nimmt Lübeck vergleichsweise eine bundesweite Spitzenstellung ein. Die aktuell laufende Juryauswertung der Bewerbungen für den Uni-Gründerpreis der Sparkasse zu Lübeck zeigt die hohe Qualität und Initiativkraft aus den Instituten und Kliniken. Der nächste Schritt der Bewerbung des Wissenschaftscampus Lübeck im Wettbewerb für EXIST-Gründerhochschulen ist bereits in Vorbereitung.
Schließlich sind die immer breiter werdenden Aktivitäten der Hochschulen in der Initiative „Wissenschaftsstadt Lübeck“ anzuführen. Die wesentlich von den Lübecker Stiftungen finanzierte Tätigkeit der Wissenschaftsmanagerin gewinnt zunehmend an Kontur, u.a. in der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Lübeck für eine “Akademie der Bürger“ (Arbeitstitel). Die Wiederholungsbewerbung beim Stifterverband für die Stadt der Wissenschaft 2012 ist in Arbeit. Damit erschließen die Lübecker Hochschulen Zug um Zug das große Feld des “Lebenslangen Lernens“ in der gesamten Breite der Bevölkerung. Von wissenschaftlich unterstützten Projekten an Kindertagesstätten, über Angebote für Schüler und Auszubildende bis hin zur Fortbildung für Erwachsene sind die Aktivitäten gestreut.
Politik und Verwaltung der Hansestadt können das Engagement der Hochschulen noch verstärkt durch eigene Initiativen zu erwidern; dies sowohl für die bildungspolitischen Ambitionen des Fachbereichs Kultur, aber auch als wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Standort im neu geführten Fachbereich Wirtschaft. Es sind aber auch weitere städtebauliche Entwicklungen im Hochschulstadtteil angesprochen, wie zuletzt durch die Grundsteinlegung für ein Zentrum für Industrielle Biotechnologie der Fachhochschule deutlich geworden.
Vor allem aber die Parteien und Fraktionen sind deutlich aufgefordert, Wissenschaftspolitik für den Standort Lübeck in ihr programmatisches Profil aufzunehmen und gemeinsam den Hochschulstandort weiter voran zu bringen. Die BfL-Initiativen für eine „Denkfabrik in Lübeck“ und „Leitprojekte für Lübeck“ sind nach wie vor aktuell.