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Unfassbares aus dem Umland | 12.07.2010


 
 
Say hello to our Gastschreiber Thorvald Ernke: Bei Twitter bekannt als @ernke hat sich der Bad Oldesloer mal Gedanken über eine wirklich unfassbare - und wahre - Geschichte aus dem schönen Umland gemacht:
 
Es gibt wirklich schräge Dinge in der Welt, die man einfach einmal aufschreiben und mit anderen Leuten teilen muss:
 
Schädel-Hirn-Trauma

Es war einmal eine kleine, verträumte Kreisstadt im Land zwischen den Meeren, in der es sich an und für sich sehr gut leben ließ. In dieser kleinen, verträumten Stadt lenkte schon seit einigen Jahren der Bürgermeister Tassilo die Geschicke der städtischen Verwaltung. Wie es aber nun einmal in einer Demokratie zugeht, kam dereinst die Zeit, dass ein neuer Verwaltungschef gewählt werden sollte. Für die Wahl warfen vier Bewerber ihren Hut in den Ring: Neben Amtsinhaber Tassilo bekundeten die wackeren Herausforderer Hagen und Gerhard ihre Ambitionen auf das höchste Amt der Stadt – und eben auch der Klaus.

Im Gegensatz zu seinen Kontrahenten verfügte der Klaus über keinerlei Verwaltungserfahrung, dafür aber über ein umfangreiches berufliches Spektrum als Fernsehtechniker, Reserveoffizier, Elektroingenieur, Privatdetektiv und Möbelspediteur. Im Wahlkampf war der Klaus, der schon ein Jahr zuvor in seiner Heimatstadt, der schönen Nachbarin des Tors zur Welt, grandios bei der dortigen Bürgermeisterwahl gescheitert war, eher selten anzutreffen. Der Klaus war eben ein scheuer Geselle und hatte ein angespanntes Verhältnis zur lokalen Presse. So verweigerte er die Freigabe zur Veröffentlichung eines Interviews, da er eine redaktionelle Kürzung seiner Antworten aus „Angst vor politischer Zensur“ nicht hinnehmen wollte.

Als am Wahlsonntag dann die Wahllokale geschlossen wurden, war klar, dass der Klaus wieder gescheitert war, aber dieses Mal noch grandioser als im Vorjahr mit lediglich 170 Stimmen bzw. 1,9 % der abgegebenen Stimmen. In die Stichwahl hingegen gingen Bürgermeister Tassilo und der Herausforderer Hagen.

Eigentlich wäre diese eher langweilige Geschichte keine großartige Erwähnung wert,
insbesondere da aus der Stichwahl – wie erwartet – Bürgermeister Tassilo als Sieger
hervorging. Wäre da nicht der satirische Blog eines Journalisten und alten Widersachers des Klaus namens Harald. Dieser „behauptete“, dass es ja gar nicht sein könnte, dass der Klaus „nur“ 170 Stimmen erhielt. Es müssten doch Scientologen dahinterstecken, die in den Wahlurnen dressierte Hamster versteckten, die heimlich alle Klaus-Stimmen verspeisen sollten.

Was Harald als Witz – eben Satire – verstand, nahm der Klaus zum Vorwand, die
Bürgermeisterwahl anzufechten – mit offenem (?) Ausgang. In der kleinen, verträumten Kreisstadt im Land zwischen den Meeren hatten die Bürger ob dieser Tatsache entweder nur Kopfschütteln für den Klaus übrig oder sie amüsierten sich köstlich über den „verhinderten Bürgermeister“. Ein Spaßvogel trieb den Spott sogar so weit, dass er als Wahlhelfer bei der Stichwahl eine Hamster-Spielfigur die Wahlurne „bewachen“ ließ. Diese Frechheit störte den Klaus indes gar nicht mehr, denn er hatte sich mittlerweile eine andere Kreisstadt im Land zwischen den Meeren auserkoren, um dort der Bürger Meister zu werden. Ob er allerdings in der Stadt, in der „die Welt passiert“, noch weniger Stimmen erhalten wird, bleibt abzuwarten. – Fortsetzung folgt … vielleicht!

Ihr meint jetzt sicher: „Nette, kleine Anekdote aus dem Reich der Fantasie.“ – Mitnichten, meine Lieben! Hier sind die Quellen:

LN-online
Autor: Thorvald Ernke/ ViSdP: die Red


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