Den harten Kampf um den Erhalt der Lübecker
Universität hat er gewonnen und nun auch noch den Rotspon Cup der 121.
Travemünder Woche (TW):
Uni-Präsident Professor Peter Dominiak schlug am Mittwoch
28. Juli, bei seinem ersten Segeltörn überhaupt, Lübecks Bürgermeister und
Mitstreiter Bernd Saxe im Matchrace-Duell Boot gegen Boot.
2:1 lautete der
Endstand dieser Regatta wider den tierischen Ernst, die Saxe 2004 in Anlehnung
an die Entstehung der Travemünder Woche im Jahr 1888 wiederbelebt hatte.
TW-Hauptveranstalter Lübecker Yacht-Club (LYC) hatte für den Showdown auf der
Trave zwei Drachen mobilisiert, ein ehemals olympisches Boot, das heute wegen
seiner prominenten Eigner gerne als Königklasse bezeichnet wird.
„Ein großer
Spaß nach anstrengenden Wochen für unser gemeinsames Ziel“, waren sich Gewinner
und Unterlegener einig, dass es eigentlich nur Sieger gegeben hat. „Einen
herzlichen Dank wieder an die TW und den LYC für die tolle Organisation sowie
allen Helfern und Sponsoren für die Unterstützung,“ sagte Saxe anschließend.
„Der
Rotsponcup stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Rettung der Universität
Lübeck. Deshalb kann ich sehr gut damit leben, nicht gewonnen zu haben. Auch in
diesem Jahr zeigt die Travemünder Woche einmal mehr, dass im Mittelpunkt der
Segelsport steht und die Zuschauer hautnah dabei sein können. Das ist ein
großartiges Alleinstellungsmerkmal und zeichnet dieses Segelfest aus. Zu Danken
ist den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, ohne die dieser Erfolg
der Travemünder Woche nicht möglich wäre.“
Um 12.51 Uhr reckte Dominiak den rechten Daumen in die Höhe, gerade so
als sei die medizinische Uni-Fakultät genau in diesem Moment endgültig gerettet
worden. „Ich kämpfe für die Uni Lübeck“ stand auf seinem gelben T-Shirt – und
das hat er Seite an Seite mit dem Bürgermeister getan. Auch auf dem Wasser, wo
Saxe nach verhaltenem Start mit Skipperin Tanja Stemmler-Jacobs und dem
scheidenden Organisationsleiter der Travemünder Woche, Claus-Dieter Stolze, 1:0
in Führung ging.
Doch Rumpf an Rumpf kämpfte sich der Professor mit Bootseigner Horst
Ströh und Rüdiger Karsten als Crew im zweiten Lauf am Gastgeber vorbei, der die
beiden Jahre zuvor gegen Hamburgs Ersten Bürgermeister Ole von Beust verloren
hatte. Nach dem Ausgleich zum 1:1 gab es an Bord des dunkelblauen Drachen für
jeden einen Schluck Sherry und die notwendige Motivation, auch das Finale für
sich zu entscheiden. „Ich habe alles getan, was meine Mannschaft mir gesagt hat
zu tun“, erklärte Dominiak seine einfache, aber erfolgreiche Taktik, nachdem er
am Ende rund hundert Meter vor dem Verwaltungschef der Hansestadt die Ziellinie
an der Überseebrücke 1 überquerte.
„Nun werde ich Segeln lernen“, versprach der gebürtige Darmstädter –
vielleicht am Sportzentrum der Uni an der Wakenitz oder beim LYC am gleichen
Gewässer. Dessen Vorsitzender und Rotspon Cup-Wettfahrtleiter Andreas Stülcken
jedenfalls hält ein Aufnahmeformular bereit. Erst einmal gab es jedoch den
verdienten Lohn: Eine Sechs-Liter-Flasche Lübecker Rotspon, jener in Lübecker
Eichenfässern gereifter Bordeaux-Rotwein aus dem Hause „von Melle“, den Thomas
Timm als Vertriebsdirektor Firmenkunden der Sparkasse zu Lübeck als Sponsor des
Rotspon Cups und Unterstützer der Travemünder Woche übergab. „Den trinken wir
gemeinsam – in der Mensa – wenn die Universität endgültig gerettet ist“,
bestimmte der Beschenkte.
„Ich bin
ausgesprochen optimistisch, dass unsere Zukunft gesichert ist“, sagte Peter
Dominiak, „aber es liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Die finanzielle Not des
Landes Schleswig-Holstein bleibe wohl auf Jahre akut. Der Rettungsanker: Lübeck
könnte eine Stiftungsuniversität werden. „Jetzt wird das Kleingedruckte
gelesen“, meinte auch Bernd Saxe, „aber wir haben im Moment keinen Grund, am
Fortbestand zu zweifeln.“ Wen er 2011 zum achten Rotspon Cup auf die 122.
Travemünder Woche einlädt, ließ der Verwaltungschef noch offen. Aber eine
Neuauflage solle es auf jeden Fall geben