BeA - Jahaa, soo schlimm war es denn doch nicht, aber --
Da trifft man sich nach langer Zeit mit Lieblingsfreundin. Ein besonderer Abend, eine schöne Location. Am - o.k., auf dem Wasser (mehr sag' ich nicht, da bleibt in HL ja Einiges ;)
Eigentlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt: Bereits im (engen) Eingang drängelt sich eine der Kellnerinnen an mir vorbei. I c h - zum Glück gut gelaunt - habe dann immerhin "Hallo" gesagt.
Am Tisch angekommen, fühle ich mich gleich wie zuhause. Mit e i n e m Unterschied: Auch bei uns kann man zwar genauestens ablesen, wer was wann und wo gegessen und/oder getrunken hat - allerdings findet man keine Aschehäufchen. Das war mal eine hübsche Abwechslung.
Dies ist: ein "attraktiver Indoor-Restaurant-Bereich mit Cucina Italiana und ausgesuchten Weinen".
Bange machen gilt nicht und im Taumel der Wiedersehensfreude erfolgt Akt II: die Bestellung:
1 Espresso
1 Merlot
1 Vino rosso
2 mal Tagliatelle mit Entenbrustgedöns
Die Bestellung des Vino Rosso Tetrapacko gestaltet sich überraschend kompliziert. Der Kellnerin ist der Hauswein zunächst kein Begriff und dass er auch noch an erster Stelle in der Speisekarte steht, scheint eher Fragen aufzuwerfen als sie zu klären.
Ok. Weiter. Wir so sabbel sabbel.
Rotwein kommt. Espresso fehlt. Rotwein zu warm. Definitiv zu warm. Espresso kommt hinterhergetrudelt. Zu kalt. Espresso akzeptiere ich. Rotwein reklamiere ich. Freundlich - immer noch gut gelaunt.
Und jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen. Auf meine Reklamation sagt die uns zu betreuende Servicekraft wörtlich:
"Ja - und WAS soll ICH da jetzt machen?!" *ingenaudiesemTon*
Als ich meine Sprache wiedergefunden habe, schlage ich ihr vor, mir entweder einen neuen Wein oder den Chef zu holen. Sie lässt nicht locker. Offenbar ist das liebe junge Ding ernsthaft um die Sensitivität meiner Geschmacksknospen besorgt. Und so fragt sie meine Freundin, ob IHR Wein denn ETWA AUCH ZU WARM SEI???? *ingenaudiesemTon*
D a s können wir allerdings gar nicht ernsthaft testen, denn in der Freundins Wein übt gerade eine fröhliche Fruchtfliege eifrig für das Seepferdchen (oder kämpft ums Überleben).
Persönlich beleidigt pflückt das Fräulein die zwei Weinamphoren vom Tisch und stampft von dannen. Wohl damit es in der Zwischenzeit nicht gar so leer auf unserem Tische wird, lässt sie netterweise nicht nur u n s e r e n Aschenbecher stehen, sondern stellt schnell auch noch einen vom Nachbartisch dazu. Zusammen mit dem Brotkorb bilden diese dann ein reizendes Ensemble, das uns glücklicherweise während des gesamten Essens erhalten bleibt.
Dialog von Aschern an Brot.
Jetzt mal ernsthaft. Vielleicht mag ja ein Gastronom antworten:
Die Kellnerin sagte auf meine Bitte um einen anderen ROTwein, die stünden "alle draußen".
Kann ein Rotwein, der (derzeit) draußen UND offen IN einem Barbereich NEBEN einer Küche steht, überhaupt die richtige Temperatur haben?!
Ja. Sorry. Das war meine Schuld. Ich wollte eigentlich u n s e r e Kellnerin treffen, aber dann grätschte die Nachbarserveuse in den Fluch...
*PS Liebste P., es war dennochunddeswegen ein ausnehmend unterhaltsamer & schöner Abend.