Eine gründliche Mundhygiene gilt als wichtiger Baustein für die Zahngesundheit. Neben dem täglichen Zähneputzen empfehlen Zahnärztinnen und Zahnärzte seit Jahren die regelmäßige Verwendung von Zahnseide. Doch eine Frage beschäftigt viele Menschen: Sollte Zahnseide vor oder nach dem Zähneputzen eingesetzt werden? Eine wissenschaftliche Untersuchung liefert Hinweise auf die möglicherweise effektivere Reihenfolge.
Studie untersucht optimale Reihenfolge bei der Zahnpflege
Für die Untersuchung wurden 25 Zahnmedizinstudierende in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen erhielten genaue Anweisungen zur Durchführung ihrer Mundhygiene. Während eine Gruppe zunächst Zahnseide verwendete und anschließend die Zähne putzte, ging die andere Gruppe in umgekehrter Reihenfolge vor.
Die Ergebnisse zeigten einen deutlichen Unterschied: Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zuerst Zahnseide nutzten und danach ihre Zähne putzten, erreichten eine bessere Entfernung von Zahnbelägen. Dies galt sowohl für die gesamte Zahnoberfläche als auch speziell für die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume.
Höhere Fluoridkonzentration in den Zahnzwischenräumen
Fluorid kann besser wirken
Die Forschenden stellten zudem fest, dass die Fluoridkonzentration im Biofilm der Zahnzwischenräume höher war, wenn die Zahnseide vor dem Putzen verwendet wurde.
Fluorid ist ein zentraler Bestandteil vieler Zahnpasten und spielt eine wichtige Rolle bei der Kariesprävention. Es stärkt den Zahnschmelz, erhöht die Widerstandsfähigkeit der Zähne gegenüber Säuren und kann das Risiko für Karies verringern.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Reinigung der Zahnzwischenräume vor dem Zähneputzen dazu beitragen könnte, dass fluoridhaltige Zahnpasta diese Bereiche besser erreicht.
Warum Zahnseide vor dem Putzen Vorteile haben könnte
Reinigung der Zahnzwischenräume als erster Schritt
Nach Einschätzung der Studienautoren werden Speisereste und Plaque in den Zahnzwischenräumen effektiver entfernt, wenn diese Bereiche zunächst mit Zahnseide gereinigt werden. Anschließend kann die Zahnpasta beim Putzen leichter in die freigewordenen Zwischenräume gelangen.
Auch das Ausspülen nach dem Zähneputzen könnte nach Ansicht der Forschenden zu den beobachteten Effekten beitragen. Die genaue Ursache müsse jedoch in weiteren Untersuchungen noch genauer analysiert werden.
Warum Zahnseide weiterhin unverzichtbar bleibt
Das tägliche Zähneputzen entfernt zwar einen Großteil der Beläge auf den Zahnflächen, erreicht jedoch nicht alle Bereiche des Gebisses vollständig. Besonders die Zahnzwischenräume sowie schwer zugängliche Stellen im hinteren Mundbereich gelten als Problemzonen.
Aus diesem Grund empfehlen Fachgesellschaften und Zahnärzte in Deutschland ergänzende Hilfsmittel wie Zahnseide oder Interdentalbürsten. Sie können dazu beitragen, Plaque zu reduzieren und das Risiko für Karies sowie Zahnfleischerkrankungen zu senken.
Weitere Forschung erforderlich
Die Studie wurde bereits 2018 veröffentlicht und liefert interessante Hinweise darauf, dass die Reihenfolge bei der täglichen Zahnpflege einen Einfluss auf die Wirksamkeit der Mundhygiene haben könnte. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Teilnehmerzahl lassen sich daraus jedoch noch keine endgültigen Empfehlungen für alle Bevölkerungsgruppen ableiten.
Dennoch spricht die Untersuchung dafür, zunächst Zahnseide zu verwenden und anschließend die Zähne zu putzen. Unabhängig von der Reihenfolge bleibt jedoch entscheidend, Zahnseide regelmäßig und mit der richtigen Technik anzuwenden, um die Zahngesundheit langfristig zu unterstützen.

Johannes Falkenberg schreibt für HL-1.tv über aktuelle Nachrichten, Politik, Wirtschaft, Technologie, Sport, Unterhaltung und gesellschaftlich relevante Themen. Sein Fokus liegt auf klarer, verständlicher Berichterstattung und der Aufbereitung nützlicher Informationen für Leserinnen und Leser. Mit einem Blick für aktuelle Entwicklungen und relevante Geschichten liefert er fundierte Beiträge, die informieren, einordnen und den Bezug zum Alltag der Menschen herstellen.

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