Juli 28, 2026

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Nicht nur die Perseiden: Sechs Meteorschauer bereichern den Sommerhimmel 2026

Nicht nur die Perseiden: Sechs Meteorschauer bereichern den Sommerhimmel 2026

Der Sommer 2026 bietet Astronomiebegeisterten in Deutschland weit mehr als das alljährliche Schauspiel der Perseiden. Zwischen Mitte Juli und Ende August durchquert die Erde mehrere Staubfelder ehemaliger Kometen und Asteroiden, wodurch verschiedene Meteorschauer am Nachthimmel sichtbar werden. Neben den bekannten Perseiden sorgen auch weniger bekannte Sternschnuppenströme für interessante Beobachtungsmöglichkeiten – allerdings mit teils erheblichen Unterschieden bei Sichtbarkeit und Intensität.

Mehrere Meteorschauer prägen den Nachthimmel im Sommer 2026

Meteorschauer entstehen, wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne die feinen Staubspuren von Kometen oder Asteroiden kreuzt. Die winzigen Partikel dringen mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein, verglühen dort und erzeugen die typischen Lichtspuren, die als Sternschnuppen wahrgenommen werden.

Während die Perseiden traditionell die größte Aufmerksamkeit erhalten, gibt es laut dem US-Fachportal Space.com insgesamt sechs weitere Meteorschauer, die den Sommerhimmel bereichern. Für Beobachterinnen und Beobachter in Deutschland lohnt sich jedoch ein genauer Blick auf die jeweiligen Sichtbedingungen, da nicht alle Ereignisse von Mitteleuropa aus gleichermaßen gut zu verfolgen sind.

Die Perseiden bleiben der Höhepunkt des Sommers

Mit durchschnittlich rund 50 Meteoren pro Stunde zählen die Perseiden weiterhin zu den aktivsten und bekanntesten Meteorschauern des Jahres. Ihr Maximum fällt in die zweite Augusthälfte und bietet bei klarem Himmel besonders gute Chancen auf zahlreiche Sternschnuppen.

Die kleineren Meteorschauer erreichen zwar deutlich geringere Fallraten, zeichnen sich jedoch teilweise durch langsamere, besonders helle oder farblich auffällige Meteore aus, die vor allem für Astrofotografie interessant sind.

Kappa-Cygniden bieten beste Bedingungen in Deutschland

Gute Sicht dank hochstehendem Radianten

Für Beobachterinnen und Beobachter in Deutschland gehören die Kappa-Cygniden zu den interessantesten Meteorschauern des Sommers. Ihr Aktivitätsmaximum wird am 17. August erwartet.

Der sogenannte Radiant – also jener Punkt am Himmel, von dem die Sternschnuppen scheinbar ausgehen – befindet sich im Sternbild Schwan und steht während der Augustnächte über Mitteleuropa sehr hoch am Himmel. Dadurch entstehen günstige Beobachtungsbedingungen, insbesondere an Orten mit möglichst geringer Lichtverschmutzung.

Wenige Meteore, aber beeindruckende Feuerkugeln

Mit durchschnittlich etwa vier Meteoren pro Stunde ist die Aktivität der Kappa-Cygniden vergleichsweise gering. Dafür sind sie für besonders langsame und außergewöhnlich helle Feuerkugeln bekannt, die sich häufig eindrucksvoll fotografieren lassen. Geduld zahlt sich daher insbesondere für Hobbyastronominnen, Hobbyastronomen und Astrofotografinnen und Astrofotografen aus.

Vollmond erschwert Beobachtung der Juli-Meteorschauer

Die Delta-Aquariiden erreichen ihren Höhepunkt am 29. Juli und zählen normalerweise zu den stärkeren Sommer-Meteorschauern. Unter optimalen Bedingungen können zwischen 20 und 30 Meteore pro Stunde sichtbar sein.

Im Jahr 2026 fällt das Maximum jedoch mit dem Vollmond zusammen. Das helle Mondlicht überstrahlt die meist lichtschwachen Sternschnuppen, wodurch die Beobachtung deutlich erschwert wird.

Ähnlich ungünstig sind die Bedingungen für die Alpha-Capricorniden, deren Maximum am 31. Juli erwartet wird. Obwohl dieser Meteorschauer für auffällige gelbliche Feuerkugeln bekannt ist, wird der zu rund 93 Prozent beleuchtete Mond einen Großteil der wenigen sichtbaren Meteore überstrahlen. Die durchschnittliche Aktivität liegt lediglich bei etwa fünf Meteoren pro Stunde.

Südliche Meteorschauer bleiben in Deutschland kaum sichtbar

Die Piscis-Austriniden, auch als Südliche Fische bezeichnet, spielen für Himmelsbeobachtungen in Deutschland praktisch keine Rolle. Ihr Radiant steht in mitteleuropäischen Breiten nur knapp über dem Horizont, wodurch selbst bei optimalen Wetterbedingungen kaum Sternschnuppen dieses Schwarms zu erkennen sind.

Etwas bessere Chancen bieten die Iota-Aquariiden, deren Maximum am 6. August erreicht wird. Mit etwa sechs Meteoren pro Stunde bleibt ihre Aktivität jedoch überschaubar. Zwar sorgt der bereits abnehmende Halbmond für bessere Sichtverhältnisse als Ende Juli, dennoch ist die Ausbeute meist eher gering.

Astrofotografie gelingt auch mit moderner Smartphone-Technik

Wer die Sommer-Meteorschauer fotografieren möchte, benötigt nicht zwingend eine professionelle Kamera. Moderne Smartphones verfügen zunehmend über leistungsfähige Nacht- und Astrofotografie-Modi, mit denen sich bei geeigneten Bedingungen beachtliche Aufnahmen erzielen lassen.

Entscheidend sind ein stabiles Stativ, möglichst lange Belichtungszeiten sowie ein dunkler Beobachtungsort fernab starker künstlicher Beleuchtung. Besonders in ländlichen Regionen Deutschlands oder in ausgewiesenen Sternenparks verbessern sich die Chancen auf gelungene Aufnahmen deutlich.

Fazit

Auch wenn die Perseiden weiterhin den Höhepunkt des astronomischen Sommers bilden, lohnt sich 2026 ein Blick auf weitere Meteorschauer. Vor allem die Kappa-Cygniden bieten in Deutschland gute Beobachtungsmöglichkeiten und die Chance, eindrucksvolle Feuerkugeln am Nachthimmel zu erleben. Wer einen dunklen Standort wählt und günstige Wetterbedingungen abwartet, kann in den Sommernächten mehrere faszinierende Himmelsereignisse verfolgen.