Mats Hummels hat deutliche Kritik an FIFA-Präsident Gianni Infantino und dessen Plänen zur Beteiligung privater Investoren an Wettbewerben des Weltverbandes geübt. Der frühere deutsche Nationalspieler sieht darin eine Gefahr für den verbindenden Charakter des Fußballs und die langfristige Zugänglichkeit großer Turniere.
Hummels spricht von einem der größten Skandale im Sport
Im Podcast „Alleine ist schwer“ bezeichnete Hummels die Überlegungen, Teile der Fußball-Weltmeisterschaft beziehungsweise anderer FIFA-Turniere an Investoren oder Sponsoren zu verkaufen, als „einen der größten Skandale in der Geschichte des Sports“.
Der 37-Jährige, der 78 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft absolvierte, richtete sich mit ungewöhnlich deutlichen Worten an Infantino: „Wie kommst du auf diese Idee? Was geht in deinem Kopf vor, dass du denkst, das wäre okay?“
Weiter sagte der Weltmeister von 2014: „Dass du das größte Sportereignis der Welt den Menschen wegnehmen willst und dein eigenes Ding daraus machst, das finde ich Wahnsinn.“
Investorenpläne der FIFA sorgen für Kritik
Infantino war zuletzt verstärkt in die Kritik geraten. Seine Pläne, Teile der FIFA-Turniere für private Investoren zu öffnen, scheiterten zunächst. Das Vorhaben hatte dennoch eine grundsätzliche Debatte darüber ausgelöst, wie stark kommerzielle Interessen künftig die internationalen Fußballwettbewerbe bestimmen könnten.
Wenig später sorgten zudem Berichte über eine frühere enge Mitarbeiterin des FIFA-Präsidenten für Aufsehen. Sie soll Ende 2011 mindestens eine sechsstellige Summe erhalten haben. Darüber hinaus sei ihr ein MBA-Studium finanziert worden.
Fußball-WM als verbindendes Weltereignis
Für Hummels besitzt die Weltmeisterschaft eine gesellschaftliche Bedeutung, die über den Sport hinausgeht. Es gebe „nichts Verbindenderes in der Sportwelt“ als die Wochen einer Fußball-WM, die alle vier Jahre Millionen Menschen weltweit zusammenbringe.
Auch wenn die Investorenpläne vorerst nicht umgesetzt wurden, wertet der frühere Innenverteidiger den Vorstoß als alarmierendes Signal. „Wahrscheinlich sind Macht und Geld irgendwann eine Droge – es kann nicht anders sein“, sagte Hummels.
Nach seiner Einschätzung bestehe die Gefahr, dass führende Funktionäre den Fußball aus Eigeninteresse „einmal komplett finanziell ausmelken“. Damit kritisierte er insbesondere die zunehmende Kommerzialisierung des internationalen Fußballs.
Warnung vor steigenden Kosten und leeren Stadien
Hummels befürchtet, dass immer höhere Preise Fans langfristig vom Fußball ausschließen könnten. Dies könne dazu führen, „dass die Leute in ein paar Jahren oder Jahrzehnten keinen Fußball mehr schauen, weil sie es sich nicht mehr leisten können“.
Bereits bei den Titelkämpfen in den USA, Kanada und Mexiko sei der ehemalige Spieler des FC Bayern München und von Borussia Dortmund „traurig darüber“ gewesen, „wie leer die Stadien teilweise waren“.
Seine Kritik richtet sich damit nicht nur gegen ein einzelnes Investorenprojekt. Hummels warnt grundsätzlich vor einer Entwicklung, bei der wirtschaftliche Interessen den Zugang der Fans zum Fußball zunehmend erschweren. Für ihn bleibt die Weltmeisterschaft ein globales Gemeinschaftserlebnis, dessen öffentliche Bedeutung nicht kurzfristigen Einnahmezielen untergeordnet werden dürfe.

Johannes Falkenberg schreibt für HL-1.tv über aktuelle Nachrichten, Politik, Wirtschaft, Technologie, Sport, Unterhaltung und gesellschaftlich relevante Themen. Sein Fokus liegt auf klarer, verständlicher Berichterstattung und der Aufbereitung nützlicher Informationen für Leserinnen und Leser. Mit einem Blick für aktuelle Entwicklungen und relevante Geschichten liefert er fundierte Beiträge, die informieren, einordnen und den Bezug zum Alltag der Menschen herstellen.

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