August 12, 2026

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Leichtathletik-EM in Birmingham: Silber für Hummel, Bronze für Ansah

Leichtathletik-EM in Birmingham: Silber für Hummel, Bronze für Ansah

Deutschlands Leichtathleten haben am zweiten Wettkampftag der Europameisterschaften in Birmingham zwei weitere Medaillen gewonnen. Hammerwerfer Merlin Hummel bestätigte mit Silber seine internationale Klasse, während Owen Ansah über 100 Meter für ein historisches deutsches Ergebnis sorgte. Auch in mehreren Qualifikationen überzeugten die DLV-Athleten.

Merlin Hummel gewinnt erneut Silber im Hammerwurf

Merlin Hummel von Eintracht Frankfurt hat nach seinem zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr auch bei der EM Silber gewonnen. Der 24-Jährige lag zunächst auf Rang fünf, steigerte sich jedoch im fünften Durchgang auf 81,30 Meter und rückte damit auf den zweiten Platz vor.

Nicht zu schlagen war Bence Halász. Der Ungar übertraf gleich viermal die 80-Meter-Marke und sicherte sich mit einem Landesrekord von 84,25 Metern seinen ersten großen internationalen Titel.

Bronze ging an Mykhaylo Kokhan aus der Ukraine, der 79,49 Meter erzielte. Sören Klose von Eintracht Frankfurt belegte in seinem Comeback-Jahr nach einer Verletzungspause mit 78,13 Metern einen überzeugenden sechsten Platz.

Owen Ansah sprintet zu historischem EM-Bronze

Im Finale über 100 Meter der Männer fiel eine wichtige Vorentscheidung bereits nach etwa der Hälfte des Rennens. Titelverteidiger Marcell Jacobs aus Italien musste angeschlagen das Tempo herausnehmen und konnte nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen.

Romell Glave nutzte die Gelegenheit und gewann in 10,09 Sekunden. Der Brite, der vor zwei Jahren Bronze geholt hatte, führte damit einen Doppelerfolg des Gastgeberlandes an. Sein Landsmann Jeremiah Azu folgte in 10,16 Sekunden auf Rang zwei.

Owen Ansah vom Hamburger SV sicherte sich mit einem starken Endspurt in 10,19 Sekunden Bronze. Damit gewann erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung ein deutscher Sprinter eine EM-Medaille über 100 Meter.

Nadia Battocletti verteidigt Titel über 5.000 Meter

Die Entscheidung im 5.000-Meter-Lauf der Frauen fiel auf dem letzten Kilometer. Zunächst erhöhte die niederländische Jahresschnellste Maureen Koster nach einem verhaltenen Rennverlauf das Tempo. Am Ende reichte es für sie in 15:41,27 Minuten allerdings nur zu Platz sechs.

Titelverteidigerin Nadia Battocletti präsentierte sich auf der Schlussrunde in Bestform. Die Italienerin setzte sich deutlich von der Konkurrenz ab und gewann in 15:37,84 Minuten.

Marta Garcia aus Spanien erkämpfte sich in 15:39,98 Minuten Silber. Bronze ging an die Italienerin Micol Majori, die nach 15:40,65 Minuten das Ziel erreichte. Vanessa Mikitenko von Eintracht Frankfurt belegte bei ihrer ersten Europameisterschaft in 15:54,49 Minuten Rang 14.

Tausendstel entscheidet das Hürdenfinale

Das Finale über 100 Meter Hürden entwickelte sich zu einem außergewöhnlich knappen Duell. Nadine Visser aus den Niederlanden und die Polin Pia Skrzyszowska überquerten nach jeweils 12,67 Sekunden nahezu gleichzeitig die Ziellinie.

Erst die detaillierte Auswertung des Zielfotos brachte die Entscheidung: Visser lag um eine Tausendstelsekunde vorn. Für die zweimalige Hallen-Europameisterin war es die erste Medaille über 100 Meter Hürden. Skrzyszowska gewann Silber, Laeticia Bapté aus Frankreich wurde in 12,73 Sekunden Dritte.

Tentóglou zum vierten Mal Weitsprung-Europameister

Miltiádis Tentóglou sicherte sich zum vierten Mal in Folge den Europameistertitel im Weitsprung. Der favorisierte Grieche gewann mit 8,44 Metern.

Simon Ehammer aus der Schweiz, der in Birmingham auf einen Start im Zehnkampf verzichtete, holte mit 8,29 Metern Silber. Bozhidar Saraboyukov aus Bulgarien erreichte 8,26 Meter und gewann Bronze.

Bredau im Finale, Kolbe mit persönlicher Bestzeit

Jean Paul Bredau vom VfL Wolfsburg steht wie schon bei der EM in Rom vor zwei Jahren im 400-Meter-Finale. Der 27-Jährige gewann sein Halbfinale in 44,86 Sekunden, der zweitschnellsten Zeit seiner Karriere. Das Finale findet am Mittwoch, 12. August, statt.

Über 800 Meter erreichte Smilla Kolbe von Eintracht Frankfurt das Halbfinale. Die Deutsche Meisterin verbesserte ihre persönliche Bestzeit um mehr als eine Sekunde auf 1:57,80 Minuten. Damit lief sie die schnellste Zeit einer deutschen Athletin seit mehr als 35 Jahren.

U20-Europameisterin Jana Becker vom Königsteiner LV stellte mit 1:59,08 Minuten ebenfalls eine Bestleistung auf. Für den Einzug in die nächste Runde reichte diese Zeit knapp nicht.

Auch in den technischen Disziplinen gab es deutsche Finalplätze. Henrik Janssen vom SC Magdeburg qualifizierte sich mit 65,42 Metern und der drittbesten Weite der Diskus-Qualifikation. Hochspringer Falk Wendrich vom LAZ Soest stellte mit 2,23 Metern seine Saisonbestleistung ein. Gregory Minoué von Tracksrunner Bonn erreichte in 13,84 Sekunden das Halbfinale über 110 Meter Hürden.

Mit zwei Medaillen und mehreren Finalqualifikationen fällt die deutsche Bilanz des zweiten EM-Tages positiv aus. Besonders Ansahs historischer Bronzelauf und Hummels erneute Silbermedaille unterstreichen die internationale Konkurrenzfähigkeit des deutschen Teams.