August 19, 2022

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Das Lübecker Statdfernsehen

In Deutschland steht die Bierbranche wegen Gasknappheit vor einer „zweiten Krise“.

Der Weltbiertag am 5. August war nicht so festlich wie in den Vorjahren. In dieser Zeit der Energiekrise laufen die erdgasreichen Industrie- und Lebensmittelsektoren Gefahr, ihre Produktion erheblich zu reduzieren.

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Die Bundesregierung hat die Bundesenergienetzagentur beauftragt, Betriebszweige bei Gasversorgungsengpässen zu klassifizieren und nach ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung zu priorisieren. Weil Bier in Deutschland eine Institution ist, wollen Brauer nicht fehlen, wie Ulrich Bain, Sprecher der Marke Weltins.

„Wir müssen wissen, ob wir beim Mälzen, dem ersten Schritt der Bierherstellung, Zugang zu dem Gas haben, das wir brauchen, damit die Supermarktregale nicht plötzlich leer sind.“

Ulrich Biene, Markensprecher Weldins

Bei franceinfo

„Das Schlimmste der Krise liegt hinter uns, mit monatelanger Haft während der PandemieEr erklärt. Die Brauindustrie, insbesondere wir, schlittern von Krise eins in Krise zwei.“

Der Bierkonsum in Deutschland steigt wieder um 6,5 % in den ersten sechs Monaten des Jahres, zur Freude von Helmut Kurschat, einem großen Glatzkopf, der die Kleinbrauerei Südstern in Berlin leitet. „Bier wird nicht vom Markt verschwinden!“, Er versichert. Aber er beklagt die steigenden Kosten aller wesentlichen Rohstoffe seines Gewerbes, Getreide und Energie, die auch die Transportkosten belasten. „Das wird sehr teuer und wir müssen die Erhöhung an die Kunden weitergeben, wir haben keine andere Wahl.“Er argumentiert.

Vor einem Jahr kostete ein 40-Zentiliter-Glas gelbes Bier 3 Euro 60 und heute sind es 4 Euro.

Helmut Kursat, Inhaber der Mikrobrauerei

Bei franceinfo

Die Kehrseite ist, dass gerade bei Glas die Verbraucher aufgefordert werden, ihr leeres Bier sofort gegen Pfand zurückzugeben.